Nicht alles ist vorhersehbar: Warum Sie eine Kreditversicherung brauchen

Wie unsichere Lieferketten und unvorhersehbare Ereignisse selbst gesunde Unternehmen mit ausgefeilter Risikoabschätzung gefährden können. Und warum eine Kreditversicherung schützen kann.

Braucht ein Unternehmen eine Kreditversicherung? Die Frage können wir häufig mit „ja“ beantworten – naheliegend, denn natürlich stehen wir  als Makler hinter den Produkten und Lösungen, die wir anbieten. Dennoch diskutieren wir immer wieder intensiv mit unseren Kunden und Interessenten, ob die auf dem Markt verfügbaren Standard-Policen zu ihren Bedürfnissen passen. Wir setzen uns ständig mit dem Umfang und den Leistungen der Kreditversicherung kritisch auseinander. Prüfen, ob sie die Anforderungen unserer Kunden erfüllen. In vollem Umfang, und auch in der Zukunft.

Flexibilität und Schutz

Einige Unternehmen haben beispielsweise bereits mit uns ihr Kreditmanagement so aufgerüstet und digitalisiert, dass sie Risiken flexibel selbst steuern und Kreditentscheidungen schnell und automatisiert treffen können. Bei ihnen konnten wir den Versicherungsumfang anpassen und mit dem Kreditversicherer neu verhandeln. Im Einzelfall ist ein Unternehmen sogar zur Eigenversicherung von Forderungsausfällen übergegangen.

Eine leistungsstarke Kreditmanagement-Software hilft, Ihr Risiko in Echtzeit zu erkennen – und so deutlich zu reduzieren. Aber: Eine Kreditversicherung sichert Ihnen dieses Risiko ab. Gerade bei unvorhersehbaren Geschehnissen spielt die Warenkreditversicherung ihre große Stärke aus. Unser Lieblingsbeispiel bis dato? Die klassische Folgeinsolvenz, wenn also Ihr Kunde aufgrund eines eigenen Forderungsausfalls in die Insolvenz geht. In den vergangenen Jahren konnten – oder mussten – wir eine Vielzahl neuer Argumente für eine Kreditversicherung sammeln.

Gehen wir ins Detail.

Corona-Pandemie und ihre Folgen

Eine Pandemie wurde in die klassische Risikoberechnung schlichtweg nicht eingepreist. Glücklicherweise berief man sich gleich zu Beginn der Corona-Zeit auf die Erfahrungen der Finanzkrise 2008/2009 und setzte alles daran, die Lieferketten zu schützen. Dies war Gold wert. Denn 2008 und 2009 hoben die Kreditversicherer die Limite im großen Stil auf. In der Folge wurden zahlreiche Lieferketten gesprengt, die Anzahl der Insolvenzen weltweit explodierte und die Schadensquoten der Kreditversicherer kletterten deutlich über 100 Prozent.

2020 jedoch stabilisierte der Schutzschirm der Kreditversicherer die ohnehin pandemiegeplagten Unternehmen. Mit der Deckungszusage des Bundes, die Rückversicherung während der Coronapandemie zeitweise für die Kreditversicherer zu übernehmen, bewegte man gemeinsam einen extrem wichtigen Hebel, um die deutsche und internationale Wirtschaft zu stützen. Und ohne die starke Marktposition der Kreditversicherung in Deutschland und Europa wäre dieses Instrument der staatlichen Stützung wertlos gewesen. Wir hätten eine Vielzahl von Insolvenzen selbst bei mittleren und guten Bonitäten hinnehmen müssen, und die Warenkreditversicherungsanbieter hätten extreme Schadensquoten.

Halbleiterkrise, Rohstoffrallye und Lieferketten

Viele Unternehmen haben sich noch nicht von Corona erholt, da entsteht bereits neuer Stress: Mit der Konjunkturerholung stieg die Nachfrage nach Rohöl. Die Energiepreise im Spotmarkt steigen ins Uferlose, Rohöl „kostet so viel wie zuletzt vor drei Jahren“ (DER SPIEGEL), bei Rohstoffen kommen zudem Lieferengpässe hinzu. 

Kupfer Rohstoffpreis-warum Kreditversicherung?
Steigende Preise für Kupfer seit Beginn der Pandemie.

Viel schlimmer aber wirkt sich die Halbleiterkrise aus. Wegen hoher Nachfrage – nicht nur für die Automobilindustrie, sondern auch zur Herstellung von Smartphones, Spielkonsolen und Notebooks – stockt weltweit die Lieferung. Die ohnehin schwierige Versorgungslage verschärfte sich wiederum, als die Automobilhersteller bereits bestehende Bestellungen stornierten. Corona-bedingt rechneten sie zunächst mit einem Rückgang der Nachfrage. Die frei gewordenen Kapazitäten bot die Halbleiterindustrie nun der Elektronikbranche an, für die Autobranche blieben sie nicht verfügbar. Das Ergebnis ist: weitere Nachfrage. Und weitere Verknappung.

Zwei bis vier Millionen Autos konnten allein im ersten Halbjahr nicht produziert werden. Immer wieder müssen Werke in Kurzarbeit gehen, weil der Halbleitermangel die Produktion stilllegt. Inzwischen betrifft dies nicht mehr nur die Autohersteller selbst, sondern auch die Zulieferer von Nicht-Elektronik-Bauteilen wie Typenschildern und Zierleisten. Sie werden nicht gebraucht, wenn der Betrieb ruht.

Gleichzeitig steigt die Inflation in Deutschland deutlich auf knapp vier Prozent. Die Erzeugerpreise kletterten im August um 13,4 Prozent (gegenüber Vorjahresmonat) – die höchste Rate seit der Währungsunion im Jahr 1999. 

Was wir daraus lernen: Absichern bleibt wichtig

Haben Sie damit gerechnet, vor zwei oder drei Jahren? Wer konnte – bei jahrelang perfektionierten Warenströmen und hochdynamischer On-the-Fly-Fertigung – erwarten, dass eine Pandemie kommen und die Wirtschaft auf der ganzen Welt lahmlegen würde? Dass der Domino-Effekt durch Rohstoffknappheit nicht nur innerhalb einer Branche durchschlägt, sondern auch andere Richtungen nimmt – und entferntere Lieferketten zum Bersten bringt?

Fakt ist: In dieser veränderten, nicht vollständig vorhersehbaren Lage kann ein winziges Detail für einzelne Branchen fatale Folgen auslösen. Selbst gesunden, wachsenden Unternehmen kann es an den Kragen gehen.

Diese Risikosituation betreffen weite Teile der Wirtschaft weltweit, und sie sortiert sich nahezu täglich neu. Mit einer maßgeschneiderten Kreditversicherung, die in einem gesunden Verhältnis zu der Risikotragfähigkeit Ihres Unternehmens steht, werden auch Sie in den derzeit turbulenten Zeiten Sicherheit und Stabilität erlangen.

Gerne erstellen wir Ihnen ein eigenes, individuelles Konzept für Ihr Kreditmanagement und Ihre Warenkreditversicherung.

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